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03. April 2017

DJV-Konferenz für Junge in Potsdam

"24 Stunden Zukunft": Wie wollen wir arbeiten?

110 junge Journalistinnen und Journalisten disktutierten am Wochenende auf der DJV-Konferenz „24 Stunden Zukunft“ in Potsdam-Babelsberg.

Foto: Sebastian Glowinski

Welche Rolle spielt Haltung im Journalismus? Wie wird Mobile Reporting unsere Arbeit verändern? Und welche Bedeutung haben 360-Grad-Videos für Online-Medien und soziale Netzwerke? Über diese Fragen diskutierten am Wochenende 110 junge Journalistinnen und Journalisten auf der DJV-Konferenz „24 Stunden Zukunft“ in Potsdam-Babelsberg.

 

Daniel Drepper, seit 1. April Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland, eröffnete die Veranstaltung mit einer Keynote. „Journalisten mit Haltung brauchen wir mehr denn je“, sagte Drepper. Haltung sei aber nicht mit Meinung zu verwechseln. Haltung gehe tiefer. Journalisten sollten den Mut haben, eigene Themen zu setzen und ergebnisoffen zu recherchieren, ohne sich von eigenen Vorurteilen blenden zu lassen, so Drepper. Gegenüber den Lesern forderte er mehr Transparenz. Die sei gerade in einer Zeit wichtig, in der die Glaubwürdigkeit von Journalisten zunehmend angezweifelt werden.

 

In den Seminaren dominierten Themen aus den Bereichen Technik und Digitalisierung. David Donschen erklärte, wie Reporter mit dem Smartphone Videos drehen und sofort online stellen können. Laura Laugwitz vom Verein Ruby on Rails führte in die Grundlagen des Programmierens ein. Nicole Sengl von Duden Lernattack zeigte, wie 360-Grad-Videos erstellt werden. Und Isa Sonnenfeld vom Google News Lab erläuterte die Recherche und Verifizierung mit digitalen Tools. Aber auch Fragen nach erfolgreichen Geschäftsmodellen für freie Journalisten wurden in einem Workshop angesprochen.

 

Den Abend verbrachten die Teilnehmer beim Netzwerken auf einer Party in Potsdam. Der JVBB als zuständiger DJV-Landesverband lud dabei alle auf ein Freigetränk ein.

 

Den zweiten Tag der Konferenz startete Dominik Grau, Chief Innovation Officer beim Ebner Verlag, mit einer Keynote zu der Fragem wie wir künftig arbeiten werden. Er warb für „authentisch digitale  Führungskräfte“ und den Mut, sich von einem Arbeitgeber zu trennen, sollte man ausgebremst werden. Bei der anschließenden Panel-Diskussion zum selben Thema, moderiert von Jana Lavrov (JVBB), machten Sabrina Scharpen, Creative Producer bei der Funk Mediengruppe, und Judyta Smykowski vom Netzwerk "Sozialhelden" deutlich, was ihnen wichtig ist: flexible Arbeitszeiten, gutes Teamwork, Inklusion und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

„24 Stunden Zukunft“ endete mit dem Aufruf an die Teilnehmer,  Forderungen für die Arbeit der Zukunft zu formulieren. Der DJV wird sie sammeln und eine Liste unter www.djv-24stunden.de veröffentlichen.

 

Die DJV-Tagung „24 Stunden Zukunft“ wurde vom DJV-Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten organisiert.

 

Philipp Eins/Jana Lavrov