Aktuelles

25. Mai 2018

ARD-Dopingexperte

Drei Fragen an Hajo Seppelt

Hajo Seppelt ist momentan wahrscheinlich das meistbefragte Mitglied des JVBB. Ihm wurde zunächst das Visum für Russland verweigert. Dann kam es doch - mit der Drohung, man würde ihn dort vernehmen wollen...

 

Drei Fragen an Hajo Seppelt

 

 

Hast Du Dich schon entschieden, ob Du nach Russland fährst?


"Es ist noch nicht entschieden, wie wir vorgehen. Wir stimmen uns ARD–intern darüber ab. Verschiedene Umstände sind zu berücksichtigen, natürlich auch die Tatsache, dass mich eine staatliche Untersuchungskommission einvernehmen will."

 

Wie ist sicher gestellt, dass Du da nicht plötzlich zum Verhör abgeführt wirst oder Schlimmeres passiert?


"Es ist ja kein Geheimnis, dass manchen in Russland unsere Berichterstattung über das staatliche Dopingsystem nicht gefallen hat. Das geht jetzt schon mehrere Jahre so. Darunter sind schon einige sehr aggressive Töne. Wir haben das im Auge und werden uns gegebenenfalls darauf einstellen."

 

Jenseits der Dopingfrage: Können die Sportkollegen verlässlich von der WM berichten?

 

"Solange sich Journalisten vor Ort auf die Geschehnisse auf und rund um den grünen Rasen oder etwa auf Nachrichten aus den Mannschaftsquartieren konzentrieren, wird es wohl kaum größere Probleme geben. Das ist Business as usual. Wie russische Behörden reagieren, wenn auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen thematisiert oder kritisch hinterfragt werden, bleibt indes abzuwarten. Allerdings hat Russland ein großes Interesse daran, dass keine unschönen Bilder von dieser WM um die Welt gehen. Insofern glaube ich, dass man bemüht sein wird, während der WM ein allzu hartes Auftreten der Staatsmacht zu vermeiden."