JVBB-Mitgliederversammlung 2016: Fernsehjournalist Christian Walther neuer Vorsitzender

Der Vorstand des JVBB: Regine Zylka, Dieter Zustraßen, Martin Gosen, Christian Walter, Annette Rogalla, Klaus Enderle, Carsten Schäfer, Foto: Frank M. Wagner

Die Mitgliederversammlung des JVBB hat am 7. Dezember den TV-Journalisten Christian Walther (60) zum neuen Vorsitzenden gewählt. Walther folgt auf Hans-Peter Buschheuer, der sich auf seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Flüchtlingsprojekt „Sea-Eye“ konzentrieren möchte Walther ist Reporter bei der Berliner „Abendschau“, war Leiter verschiedener Pressestellen (FU, Senatsverwaltung Bildung/Wissenschaft,

Leibniz-Gemeinschaft) und außerdem Organisator der renommierten Reihe von Ringvorlesungen zu Politik und Kommunikation des „OSI-Clubs“ an der FU Berlin.

Programmatisches

Der neue Vorsitzende hat sich viel vorgenommen. Zum einen will er für mehr Sichtbarkeit des JVBB eintreten: in den Medienhäusern, den Pressestellen und in der Öffentlichkeit. Außerdem wird sich der neue Vorsitzende intensiv um den Nachwuchs kümmern. Daneben stehen mehr Gespräche zu zentralen Fragen des Journalismus sowie Hintergrundtermine mit Medienmachern und Mächtigen auf dem Programm, und es soll künftig mehr Besuche in Redaktionen und Unternehmen geben.

Einen wichtigen Punkt stellt das Thema Medienbildung dar. Dabei wird sich der JVBB mit dem Bild des Journalismus in der Öffentlichkeit, besonders auch bei Schülerinnen und Schülern, beschäftigen.

Last but not least möchte sich Christian Walther in den kommenden Monaten auch um die Fusion mit dem DJV Berlin kümmern. Er betonte: „An mir wird’s nicht scheitern“. Die Mitgliederversammlung beauftragte den JVBB-Vorstand dazu, „weiterhin alles Mögliche zu tun, um eine starke und geeinte DJV-Vertretung in Berlin und Brandenburg zu erreichen“.

Satzung und Finanzen

Zwei Satzungsänderungen wurden beschlossen. So wird die Regelung, die die Wiederwahl eines Vorstandsmitglieds nach sechs Jahren bislang untersagte, künftig aufgehoben. Der Grund: Aufgrund der stark gestiegenen Arbeitsbelastung im Journalismus ist es immer schwieriger geworden, jüngere Mitglieder für Vorstandsämter zu gewinnen. Ein automatischer Verzicht auf bewährte Vorstandsmitglieder nach sechs Jahren wäre daher konterproduktiv für die Kontinuität der Verbandsarbeit. 

Außerdem wurde ein Passus beschlossen, der Aufwandsentschädigungen  in der Satzung absichert. Eine solche ist zusammen mit dem Budget 2017 für den neuen Vorsitzenden, der als freier Journalist tätig ist, beschlossen worden.

Schatzmeister Klaus Enderle legte den Mitgliedern den Jahresabschluss 2015 vor. Dieser weist im dritten Jahr hintereinander einen deutlichen Überschuss von diesmal 48.785,41 Euro aus (2014: 37.667,4). „Das ist durchaus nicht bei allen DJV-Landesverbänden der Fall und auch nicht selbstverständlich“, sagte Enderle.

Diskussionsrunde mit mabb-Direktorin Anja Zimmer

Als Gast der Mitgliederversammlung war Anja Zimmer eingeladen. Die Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) ließ sich zum Thema „Google und Facebook – Was heißt das für die Medienvielfalt?'“ befragen. Die Juristin und frühere Geschäftsführerin des DJV-NRW sprach unter anderem über die Rolle Facebooks bei der US-Präsidentenwahl und wies darauf hin, dass das soziale Netzwerk darüber entscheide, welche Inhalte verbreitet würden und wer welche Inhalte angezeigt bekomme. Diese werden immer mehr auf Informationen und Meinungen, die den Nutzer bisher interessiert haben, zugeschnitten – eine Filterblase, wie viele kritisieren. Dadurch sei die Auswahl der Informationen noch viel weniger neutral als bei den oft wegen Einseitigkeit gescholtenen Printmedien.