Netzwerk Videojournalismus

Storytelling in der virtuellen Realität

Die virtuelle Realität eröffnet neue Perspektiven. Bei der Gestaltung gelten eigene Gesetze.
Foto: Vlasta Erman
Ist VR etwas für Videojournalisten? Dieser Frage gingen die Videojournalisten beim Netzwerktreffen im JVBB nach.
Foto: Vlasta Erman

Die VR-Szene wächst rasant. Lohnt es sich, als Videojournalist jetzt einzusteigen? Welche Technik für VJs heute bereit steht und wie sie damit gestalten können, darüber sprachen die Mitglieder des VJ-Netzwerks am Mittwochabend (15.03.17) in der JVBB-Geschäftsstelle.

Berlin ist eine Hochburg der Virtuellen Realität (VR). Über 1500 Mitglieder haben sich in verschiedenen Netzen rund um das Thema organisiert und die Zahl wächst von Tag zu Tag. Dabei erobern erschwingliche VR-Headsets  erst sein gut einem Jahr den Massenmarkt. Die Einsatzmöglichkeiten sind breit und reichen von Spielen über Tourismus und Bildung bis hin zu Kinofilmen.

Welche neuen Einsatzfelder es für Videojournalisten gibt und wo sie beim Storytelling besonders herausgefordert sind, war Thema des Netzwerks Videojournalismus im JVBB am 15.03.2017. Mit Torsten Schimmer stand ein höchst kompetenter Ansprechpartner bereit. Der Kameramann mit internationaler Erfahrung ist Mitinhaber des Tectum Raum & Zeit Filmgeräteverleihs, spezialisiert auf 360-Grad-Produktionen. Durch sein Herangehen von der künstlerischen und von der technischen Seite konnte Schimmer wertvolle Tipps für die Planung von eigenen VR-und 360-Grad-Videos geben. Außerdem brachte er ausgewählte Technik mit und erklärte deren speziellen Einsatz.

Schnell wurde deutlich, wie komplex das Thema ist, von einfachen  Drehs bei Spontanereignissen bis zu schwierigen Aufnahmen mit maßgeschneidertem Equipment. Jeder könne sich letztlich die Technik kaufen oder mieten, betonte Schimmer. "Auf was es allerdings ankommt, ist die Gestaltung mit den neuen Mitteln." Wo der User überall hinschauen kann, müsse der Zuschauer auf neue Art geführt werden. Das erläuterte der Spezialist am Beispiel der Dialogführung in 360-Grad-Videos und anhand von Postproduktionen für den Ton.

Ob VR nicht nur der nächste Hype sei, der komme und gehe wie die 3D-Technik, fragte Videojournalist Andreas Bolle. Die Möglichkeiten der VR seien breiter und es ergäben sich durch den Übergang zur erweiterten Realität (Augmented Reality) völlig neue Möglichkeiten, so die Diskussion. VR und AR bekommen durch ihre breite Anwendung in Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst enorme Impulse. Wie diese sich letztlich im Storytelling für Journalisten etablieren, weiß derzeit noch niemand genau. Medien wie die New York Times oder Arte sind Vorreiter bei der VR-Berichterstattung. Viele andere haben Projekte in der Pipeline. Sie werden genau schauen, welche Reichweiten die Projekte der journalistischen Avantgarde erzielen.

William Vorsatz

 

 

09.12.15: Erste VJ-Stilwerkstatt

Das Haus war voll zur ersten VJ-Stilwerkstatt am 09.12.2015. Insgesamt kamen elf VJs und diskutierten angeregt, kritisch und lebhaft über die sehr unterschiedlichen Videobeiträge der Teilnehmer. Themen waren unter anderem die Frage, ob es einen VJ-Stil gibt. Und wenn ja, wie dieser aussieht, bzw. formuliert werden kann.

Das Spektrum der besprochenen Beiträge reichte von spannenden über konventionelle bis hin zu experimentellen Videos. Die Bandbreite machte das Treffen interessant und regte zu teils auch kontroversen Diskussionen an. Die Macher berichteten von den Entstehungsgeschichten, Details zur Produktion und über die verwendete Technik.

Da mehr Beiträge zur ersten VJ Stilwerkstatt eingereicht wurden als gesehen werden konnten und weil alle Teilnehmer eine Wiederholung wünschten, wird es Ende Januar, Anfang Februar eine zweite VJ-Stilwerkstatt geben. Beiträge können eingereicht werden beim Koordinator des VJ-Netzwerkes Matthias Zuber via Mail: matthias.zuberspamfilter@polyeidesspamfilter.de.

Wer die VJ-Stilwerkstatt verpasst hat kann sich die Videos, die besprochen wurden ansehen unter:

http://www.dw.com/de/wie-leben-junge-muslime-in-dresden/av-18791714

www.youtube.com/watch

https://vimeo.com/50177860

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2507796/Chaos-am-Berliner-LaGeSo“

27.10.15: Full House mit SPON-Reporterin - Spiegel Online und die bewegten Bilder

Fotos: Matthias Zuber

Zum Netzwerktreffen Videojournalismus hatte Koordinator Matthias Zuber diesmal Sandra Sperber von Spiegel Online als Gast eingeladen. Sie zog am vergangenen Dienstag viele Mitglieder und auch Nicht-Mitglieder in die JVBB-Geschäftsstelle. Insgesamt 25 Interessierte verfolgten gespannt den Vortrag der Videojournalistin, die lange Zeit aus den USA für SPON berichtet hat.

Sie stellte das neue SPON-Layout vor und besprach an einigen Beispielen aus ihrem Arbeitsumfeld, wohin die Reise in Sachen Bewegbild im Internet geht. Gleich zu Beginn unterstrich sie, dass es ihrer Meinung nach in zwei grundsätzliche Richtungen geht. Zum einen würde das Interesse an schicken, stylischen Bilder wachsen, was für die Produzenten bedeutet, dass sie sich intensiv mit der technischen wie auch der ästhetischen Seite der Fotografie beschäftigen müssen.

Stichwort DSLR - die Arbeit mit der Spiegelreflexkamera und ihren Ausdrucksmöglichkeiten nimmt auch im Internet zu. Die andere Richtung: Mobile Reporting - die Arbeit mit dem Smartphone. Neben technischen Details wie sinnvolles Zusatzequipment und verschiedene Apps (Kamera und Schnitt) zeigte sie dazu auch einen Beitrag, den sie am Münchner Hauptbahnhof zur Ankunft von Flüchtlingen gedreht hatte. Eine lebhafte Diskussion über technische und inhaltliche Fragen rundete den Abend ab. Sandra Sperber verabschiedete sich mit der Aufforderung, ihr interessante, SPON taugliche Geschichten anzubieten. 

…und hat uns als Nachtrag noch einen Blogpost mit dem Inhalt ihres Vortrags geschickt: webvideoblog.de/spiegel-online-video-bewegtbildstrategie-fuers-netz/

Ihre Kontaktdaten: sandra_sperberspamfilter@spiegelspamfilter.de

Twitter: @sperbers @videoblog

16.04.15: Konkrete Einsatzfelder für VJs

Am Donnerstag, dem 16. April um 18 Uhr traf sich das Netzwerk Videojournalismus zum zweiten Teil der Veranstaltung "Geeignete Kameras und konkrete Einsatzfelder im Bereich Videojournalismus" in den Räumen des JVBB in der Charlottenstraße. Während die Netzwerkteilnehmer sich vor zwei Wochen theoretisch und praktisch über Kameratypen und deren Einsatzfelder informieren konnten - an dieser Stelle noch einmal Dank an den UFO Filmgerät Verleih, der mehrere Kameras zur Verfügung gestellt hat - ging es bei diesem Treffen um konkrete andere Einsatzfelder und Strategien für VJs.

Der Koordinator des Netzwerkes Videojournalismus, Matthias Zuber, lieferte zu Beginn noch einige Informationen zu einer nagelneuen Panasonic Kamera nach, die gerade auf der NAB vorgestellt wurde, ab Herbst diesen Jahres verkauft werden wird und die er für besonders VJ-tauglich hält. Die Panasonic AG-DVX200. Informationen zu dieser Kamera sind hier zu finden:


Im Weiteren ging es dann um konkrete Einsatzfelder für VJs, insbesondere um die Aquise und die Produktion von Filmen für kleinere Firmen, Stiftungen und Institute (z.B. Max Plank Institut für Bildungsforschung etc. ). Anhand von Websites und Beispielvideos wurden Aquise-Strategien, Konzeptionen und Videos besprochen.

William Vorsatz betonte aus seinem Erfahrungsbereich die Wichtigkeit der Verwendung animierter, grafischer Elemente für dies Art Filme und wies auf eine Website hin, die einige Möglichkeiten in diesem Feld aufzeigt:
http://www.netzlehrling.de/wie-man-video-intros-und-outros-erstellt-einfach-und-kostenguenstig/

In diesem Zusammenhang erwähnte er auch das Programm VideoMaker FX:
http://www.videomakerfx.com

Was weiter geplant ist:

1.) Das Netzwerk Videojournalismus wird demnächst eine Art Stilwerkstatt starten, in der die Mitglieder gemeinsam Filme ansehen. Die sollen entweder die jüngsten Produktionen der Mitglieder selbst sein oder Videos, die einzelne Mitglieder für besonders aussagekräftig, bzw. diskussionswürdig empfinden. Derjenige, der den Film mitbringt, bereitet dann jeweils einen kleinen Vortrag über ein klar umrissenes Thema anhand des gezeigten Films vor. Diese Stilwerkstatt soll das Netzwerk Videojournalismus beleben und ein wichtiges Element sein, sich gemeinsam mit Erzähl- und Ausdrucksfomen auseinanderzusetzen. Wichtig: Wer eines seiner Videos zeigen möchte oder einen Vorschlag für einen Film hat, möge doch Kontakt zu Matthias Zuber aufnehmen: zuberspamfilter@polyeidesspamfilter.de

2.) Zusammen mit Ben Mergelsberg entsteht zur Zeit die Planung zu einer größeren Veranstaltung, die über das VJ Netzwerk hinaus angeboten werden soll. Es geht um zeitgemäße Formen audiovisuellen Erzählens. Dazu werden Filme gezeigt und Gesprächspartner eingeladen, die an dem Thema konkret arbeiten, wie zum Beispiel eine Redakteurin des ARD-ZDF Jugendkanals, der "nur" im Netz zu sehen sein wird. Wenn ihr für diese Veranstaltungen Wünsche habt oder bestimmte Gesprächspartner zu diesem Thema einladen möchtet, dann meldet euch bitte auch bei Matthias Zuber: zuberspamfilter@polyeidesspamfilter.de

Matthias Zuber

24.03.15: Videojournalismus Netzwerktreffen

Videojournalismus Netzwerktreffen, Foto: Matthias Zuber

Beim letzten Treffen des VJ Netzwerkes in der Geschäftsstelle des JVBB in der Charlottenstraße 80 informierten sich 13 Interessierte über unterschiedliche Kamerasysteme für den VJ Einsatz. Der Initiator des Netzwerkes, Matthias Zuber, stellte in einer 17 Folien umfassenden Präsentation vier unterschiedliche Kameratypen und Grundausstattungen vor. Die Panasonic HPX 250, die Sony PMW 200, die Sony PXW FS7 und die VJ-Arbeit mit der Spiegelreflexkamera am Beispiel der Canon 5D Mark III. In einer lebendigen Diskussion tauschten sich die Teilnehmer über ihre eigenen Erfahrungen mit diversem Equipment aus. Die zweite Hälfte der Veranstaltung bestritt Anna vom UFO Filmgerät, einem Filmequipment Vermieter, der in Berlin und München Geschäftsstellen unterhält. Freundlicher Weise brachte Anna mehrere Kameratypen von preiswert bis edel mit. Die Teilnehmer konnten nach einer kurzen Einführung ihre eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen Kameratypen machen. Gegen 20:30 Uhr endete die lebendige Veranstaltung.

Das zweite angekündigte Thema des Abends: „Verdienstmöglichkeiten für VJs im Netz“ wurde wegen der vielen Nachfragen und der intensiven Auseinandersetzung mit den Kameras auf einen Extratermin verschoben, der am Mittwoch dem 8. April um 18 - 20 Uhr in der Geschäftsstelle des JVBB in der Charlottenstraße 80 stattfinden wird.

Matthias Zuber

VJ-Grundausstattung (PDF)

Bildergalerie VJ Netzwerktreffen am 24.03.2015

Fotos: Matthias Zuber

28.01.15: Kurzbericht Netzwerktreffen

Der Bedarf an Videos für das Internet explodiert. Professionelle Contentproduzenten speziell für diese neuen Formate werden dringend gesucht. Klassische Verlage und TV-Anbieter verlieren dabei als Auftraggeber an Bedeutung. Wo die potentiellen Kunden sind, nach welchen Kriterien Webvideos produziert werden müssen und welche Erlöse dabei zu erzielen sind, darüber haben 14 Teilnehmer beim jüngsten Treffen des Netzwerks Videojournalismus diskutiert. Fertige Antworten gab es nicht, aber viele Anregungen, um auf den jungen Markt zu reagieren.

 

Text: William Vorsatz

VJ-Netzwerk-Treffen am 22.03.2012

Foto: Thilo Schmuelgen

Beim letzten Videojournalismus-Netzwerktreffen in der Geschäftstelle des JVBB in der Charlottenstrasse gab es einen regen Austausch über Geschäftsmodelle im Videojournalismusbereich. Die einzelnen VJs berichteten über ihre Erfahrungen, ihre Strategien, Honorare und Organisationsweisen.

Nach dieser offene Gesprächs- und Vorstellungsrunde besprach Matthias Zuber die relativ neue Panasonic hpx 250 e. Diese „handheld“ Kamera wurde speziell für den VJ-Einsatz konzipiert und ist BBC „approved“ - also für den Einsatz bei BBC Reportagen, Dokus, Magazinstücken akzeptiert. Das verdankt die Kamera hauptsächlich ihren AVC Intra Codec und ihrer 10 Bit Signalverarbeitung in 4:2:2. Matthias Zuber stellte die Kamera kurz vor und erläuterte seine Erfahrungen im Einsatz mit dieser Kamera.

Von den Teilnehmern wurde nach der offenen Gesprächsrunde über Strategien und Geschäftsmodelle beschlossen in Zukunft einen regelmäßigen VJ-Stammtisch einzurichten. Dieser Stammtisch soll dazu dienen, das Gespräch über Honorare, Auftraggeber, Berufschancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für VJs lebendig zu halten und ein regelmäßiges Forum dafür zu schaffen. Außerdem können auf diesen Treffen,Themen gesammelt werden, die die betroffenen VJs gerne in Netzwerktreffen vertiefen möchten. Diese Themen sollen dann an die Geschäftsstelle, bzw. Matthias Zuber (zuberspamfilter@polyeidesspamfilter.de)  weitergegeben werden, so dass geeignete Referenten, Betroffene und Entscheider zu den jeweiligen Punkten eingeladen werden können um so die Themen noch intensiver aufzuarbeiten und zu besprechen.

Geplant ist, diese Stammtische ein Mal im Monat zu veranstalten. Dazu wird ein Terminkalender im Internet eingerichtet, so dass sich Interessenten informieren können, wo, wann und mit wie vielen Teilnehmer der Stammtisch stattfindet. So bald der Terminkalender eingerichtet wurde, erfahrt ihr hier und über den VJ-Mail-Verteiler wo ihr den Kalender abrufen könnt. Das gleiche gilt für die Netzwerktreffen.

Koordinator: Matthias Zuber: infospamfilter@jvbb-onlinespamfilter.de

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