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Der lange Atem 2016: Dominic Johnson und Simone Schlindwein, Adrian Bartocha und Olaf Sundermeyer sowie Herbert Klar

v.l.n.r.: Bundesjustizminister Heiko Maas (Ehrengast) gratuliert den Preisträgern Olaf Sundermeyer, Adrian Bartocha (beide rbb, 2. Preis), Herbert Klar (ZDF/Frontal 21, 3. Preis), Dominic Johnson und Simone Schlindwein (beide taz, 1. Preis), Foto: Sabine Gudath/JVBB

Dominic Johnson und Simone Schlindwein (taz) sind mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet worden. Sie erhalten den ersten Preis für ihre langjährigen Recherchen über die Hintermänner von Kriegsverbrechen im Kongo. In der Folge kam es zum ersten Prozess in Deutschland nach dem Völkerstrafgesetzbuch. 

In der Laudatio der Jurorin Ilka Brecht heißt es über den ersten Preis: „Dominic Johnson und Simone Schlindwein schreiben spannend, fundiert und aus einem tief empfundenen Chronistenpflicht-Gefühl heraus. 8 Jahre, 33 Artikel und 320 Gerichtstermine lang berichten sie und sorgen dafür, dass die Opfer nicht vergessen werden.“

 

Der zweite Preis ging an Adrian Bartocha und Olaf Sundermeyer (rbb/ARD) mit dem Thema „Einbrecher und Taschendiebe – Reisende Banden in Berlin“. 

Die Träger des zweiten Preises wurden von Dagmar Engel gewürdigt: „Für das Publikum wird der Recherche-Einsatz spürbar:  Hier haben sich zwei Journalisten jahrelang Mühe gemacht, etwas herauszufinden, und nicht einfach das scheinbar Offensichtliche auf die Schnelle abgedreht. Diese Extra-Meile ist der Weg, Journalismus auch im digitalen Zeitalter des Informationsüberflusses unentbehrlich zu machen.“

 

Mit dem dritten Preis wurde Herbert Klar (Frontal21/ZDF) ausgezeichnet, der bei seinen Reisen mit versteckter Kamera in sieben Steueroasen beharrlich dokumentiert hat, wie leicht es immer noch ist, Geld vor dem deutschen Fiskus zu verbergen.

Zum Träger des dritten Preises sagte Laudator Christoph Singelnstein: "Die ganze Absurdität zeigt sich, wenn mit europäischen Steuergeldern gerettete Banken bei der Steuerhinterziehung behilflich sind. Doch der Rechtsstaat Deutschland und seine angezapften Geldwaschanlagen wanken mächtig, wenn die kleine versteckte Kamera auf sie gerichtet wird. Dieses Engagement verdient es, ausgezeichnet zu werden." 

 

Als Ehrengast der zehnten Verleihung würdigte Bundesjustizminister Heiko Maas Preisträger und Nominierte: "Wer eine lebendige Demokratie will, der braucht mehr als nur Verkündungsjournalismus und Emotionslieferanten. Wir brauchen Journalistinnen und Journalisten, die Gerüchten und Halbwahrheiten die Fakten solider Recherche entgegensetzen."

 

Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) fand am Abend des 12. Oktober vor 250 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Engel gehören acht prominente Journalistinnen und Journalisten an.

 

Außerdem waren von der Vorjury nominiert:

Justus von Daniels/Marta Orosz:
Die TTIP-Verhandlungen – Dossier und Liveblog (Correctiv/Tagesspiegel)

Beate Frenkel/Astrid Randerath:
Kinder in der Medikamentenfalle (Frontal 21/ZDF)

Jo Goll/Torsten Mandalka/Olaf Sundermeyer: 
Rechtsextreme Netzwerke und die Radikalisierung der Mitte (rbb/ARD)

Philip Meinhold:
Wer hat Burak Bektas erschossen? Podcast-Serie zu einem Berliner Mordfall (rbb)

Jan C. Wehmeyer:
Enthüllungen zum Flughafenprojekt BER (Bild/BamS)

Günter Wessel:
Raubgräber, Schmuggler, Händler – Das Geschäft mit der Antike (frei/ARD Hörfunk)

Der lange Atem 2015: Jost Müller-Neuhof, Hajo Seppelt sowie Jörg Göbel und Christian Rohde

Von links nach rechts: Der JVBB-Vorsitzende Alexander Fritsch, Hajo Seppelt (ARD, 2. Preis), Jost Müller-Neuhof (Tagesspiegel, 1. Preis), Ehrengast Bürgermeisterin Dilek Kolat, Christian Rohde und Jörg Göbel (Frontal 21/ZDF, 3. Preis), Foto: Sabine Gudath/JVBB

Der Tagesspiegel-Redakteur Jost Müller-Neuhof ist heute mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet worden. Er erhält den ersten Preis für seinen hartnäckigen Kampf um Akteneinsicht bei staatlichen Institutionen.

In der Laudatio von Christoph Schwennicke (Cicero) heißt es: „Jost Müller-Neuhof macht sich scheinbar in erster Linie um die Pressefreiheit und unser Rechercherecht als Journalisten verdient. In Wahrheit aber macht er sich um das informationelle Wohl der Allgemeinheit, aller Bürgerinnen und Bürger, verdient. Und damit um einen wesentlichen Kern unserer Demokratie, unserer offenen Gesellschaft.“  

 

Der zweite Preis ging an Hajo Seppelt für seine außerordentlichen Recherchen zu „Doping in der Leichtathletik“. Seine Dokumentarfilme in der ARD führten kürzlich zur Suspendierung des russischen Leichtathletikverbandes durch den Weltverband.

Der zweite Preisträger, Hajo Seppelt, wurde von Stephan-Andreas Casdorff (Der Tagesspiegel) gewürdigt: „Wer dreimal nominiert war für den ‚Langen Atem‘, weil er immer wieder neues Material recherchiert, das sogar die Welt bewegt - der hat fraglos die Ausdauer, die einen herausragenden Journalisten auszeichnet. Und hat ganz gewiss den Preis verdient.“

 

Mit dem dritten Preis wurden Jörg Göbel und Christian Rohde (Frontal21/ZDF) für ihre langjährige Verfolgung des Themas „Missstände in der deutschen Lebensmittelproduktion“ ausgezeichnet.

Zu den Trägern des dritten Preises sagte Laudatorin Jutta Kramm (Berliner Zeitung): „Die Preisträger zwingen uns hinzuschauen. In drastischen Bildern  beleuchten sie die skandalösen und oft rechtswidrigen Zustände in der deutschen Agrarindustrie. Sie schonen uns Zuschauer nicht – nicht mit den Bildern und auch nicht mit ihren Ansprüchen. Sie verderben uns den Appetit. Es ist beharrlicher Journalismus. Investigativ, zäh, unaufgeregt und aufrüttelnd zugleich.“

 

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden vom JVBB zum neunten Mal vergeben. Sie sind außerdem mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Engel (Deutsche Welle) gehören acht prominente Journalistinnen und Journalisten an. Als Ehrengast nahm mit einem Grußwort Berlins Bürgermeisterin Dilek Kolat teil.

Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand am Abend des 24. November vor 250 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der lange Atem 2014: Kaija Kutter, Kai Schlieter und Ulrich Kraetzer sowie Steffen Judzikowski und Hans Koberstein

v.l.n.r.: Alexander Fritsch (JVBB-Vorsitzender), Steffen Judzikowski (3. Preis), Kaija Kutter & Kai Schlieter (1. Preis), Ulrich Kraetzer (2. Preis), Dagmar Engel (Jury-Vorsitzende), Foto: Sabine Gudath/JVBB

Berliner Journalisten-Preis „Der lange Atem“ 2014 geht an Kaija Kutter, Kai Schlieter und Ulrich Kraetzer sowie Steffen Judzikowski und Hans Koberstein

 

Die taz-Redakteure Kaija Kutter und Kai Schlieter sind mit dem Berliner Journalistenpreis "Der lange Atem" für ihre hartnäckigen Recherchen ausgezeichnet worden, die zur Schließung der brandenburgischen Kinderheime der Haasenburg GmbH geführt haben.

In der Laudatio von Ronald Warin (N24) heißt es über die Träger des ersten Preises: "Kaija Kutter und Kai Schlieter haben über Monate hinweg zu dem so wichtigen Thema 'Gewalt in Kinderheimen' Fakten um Fakten zusammengetragen, sich auch von Drohungen nicht einschüchtern lassen, und mit ihren Veröffentlichungen dafür gesorgt, dass die Behörden endlich eingriffen - und dazu beigetragen, dass die skandalösen Zustände in drei Heimen ein Ende fanden."

 

Der zweite Preis ging an Ulrich Kraetzer für seine Berichterstattung in rbb-Fernsehen, dapd und jetzt als Redakteur der Berliner Morgenpost über "Salafisten in Deutschland".

Der zweite Preisträger wurde von Christoph Schwennicke (Cicero) gewürdigt: "Ulrich Kraetzer hatte sich schon vor Jahren dem Sujet "Salafisten in Deutschland" zugewandt, bei dem alle, auch wir bei Cicero,  plötzlich Bedarf an Expertise hatten. Er hat sich dem Thema und den Protagonisten mit  genau den journalistischen Tugenden gewidmet, die wir hier auszeichnen: frühes Gespür für ein kommendes Thema, Neugier, Unvoreingenommenheit, Ausdauer, Einfühlungsvermögen."

 

Mit dem dritten Preis wurden Steffen Judzikowski und Hans Koberstein (Redakteure bei Frontal21/ZDF) für ihre beharrlichen Recherchen zum Thema "Energiemarkt und Energiewende" ausgezeichnet.

Zu den Trägern des dritten Preises, den Frontal 21-Redakteuren Steffen Judzikowski und Hans Koberstein, sagte Laudatorin Ines Pohl (taz): "Sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen, bedeutet auch, das eigene Verhalten auf den Prüfstand zu stellen. Umso verdienstvoller, wenn Kollegen sich des komplexen Themas "Energiewende" immer wieder annehmen - und das auch anschaulich darzustellen vermögen." 

 

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden zum achten Mal vom JVBB vergeben. Sie sind außerdem mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Engel (Deutsche Welle) gehören neun prominente Journalistinnen und Journalisten an. Als Ehrengast nahm mit einem Grußwort Georg Mascolo teil, Leiter des Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (Mascolos Rede als Audio-Mitschnitt, aufgezeichnet von Jörg Wagner: HIER)

Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand am Abend des 11.November vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der lange Atem 2013: Simone Wendler, Mario Kaiser und Katrin Rothe

Preisträger Der Lange Atem 2013: Katrin Rothe, Simone Wendler und Mario Kaiser, Foto: Sabine Gudath

Der lange Atem 2013: Simone Wendler, Mario Kaiser und Katrin Rothe ausgezeichnet

 

Simone Wendler, Redakteurin der Lausitzer Rundschau, ist für ihre zwei Jahre dauernde Recherche über die rechtsradikale Szene in der Lausitz mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ 2013 ausgezeichnet worden. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand heute, Dienstag Abend, vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

 

Der zweite Preis ging an den freien Journalisten Mario Kaiser für seine Langzeitreportagen zu Sozialstaat und Prekariat.  Mit dem dritten Preis wurde Katrin Rothe (rbb / arte) für ihren Film „Betongold“ geehrt, die Chronik der Entmietung ihrer eigenen Berliner Wohnung.

 

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden vom JVBB zum siebten Mal vergeben. Sie sind außerdem mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Hans-Ulrich Jörges (stern) gehören acht prominente Journalistinnen und Journalisten an. An der Verleihung nahm als Ehrengast Prof. Dr. Johannes Masing, Richter des Bundesverfassungsgerichts und dort für Presse und Medien zuständig, mit einem Grußwort teil.

In der Laudatio von Dagmar Engel (DW) heißt es über die Trägerin des ersten Preises: „Beim Lesen der Texte von Simone Wendler wird das Netzwerk sichtbar, in dem Rechts-radikale handeln. Ob Kickboxverein, Rockerclub oder Energie-Cottbus-Fanblock – das Personal bleibt dasselbe. Gerade in einer ländlichen Region wie der Lausitz, wo jeder jeden kennt, ist das Engagement der Autorin sehr mutig.“

 

Der zweite Preisträger wurde von Sabine Prokscha (JVBB) gewürdigt: „Mario Kaiser nähert sich den Themen Prekariat und gesellschaftlicher Wandel mit einer Ausdauer und Akribie, die ihresgleichen sucht. Mit mikroskopischer Präzision zeigt er auf, wie Individuen mit Politik und Bürokratie kollidieren. Seine Sozialstudien klagen dabei nicht an, sie beschreiben, bis es weh tut."

 

Zur dritten Preisträgerin, Katrin Rothe, sagte Laudatorin Ines Pohl (taz): „Katrin Rothe zeigt in ihrer Dokumentation, welche Rolle Journalismus übernehmen kann im Kampf gegen das unmenschliche Vorgehen der Immobilenhaie, indem sie sachlich aufklärt, persönlich berührt und gleichsam unterhaltsam zum Widerstand ermutigt.“

Der lange Atem 2012: Frank Jansen, Jens Weinreich und Susanne Opalka

(v.l.n.r.): Jury-Chef Hans-Ulrich Jörges, Alexander Fritsch vom JVBB, Jens Weinreich, Susanne Opalka, Frank Jansen und Monika Grütters (CDU), Foto: Sabine Gudath

Frank Jansen, Redakteur des „Tagesspiegel“, ist für seine langjährige Berichterstattung über Rechtsextremismus mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ 2012 ausgezeichnet worden. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB fand heute, Dienstag Abend, vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der zweite Preis ging an den freien Journalisten Jens Weinreich für seine Recherchen über Korruption im Sport. Mit dem dritten Preis wurde Susanne Opalka (rbb) für Ihre Recherchen und Berichte zu deutschen Rüstungsexporten geehrt.

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter gläserner Skulpturen wurden vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg zum sechsten Mal vergeben. Sie sind außerdem mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Hans-Ulrich Jörges („stern“) gehören acht prominente Journalistinnen und Journalisten an. An der Verleihung nahm als Ehrengast Prof. Monika Grütters, Vorsitzende des Ausschusses Kultur und Medien des deutschen Bundestags, teil.

In der Laudatio von Uwe Vorkötter (Verlagsgruppe M.NevenDuMont) heißt es über den Träger des ersten Preises: „Frank Jansen setzt einen Kontrapunkt zur Kurzlebigkeit, zur Vergesslichkeit, zur Oberflächlichkeit nicht nur des politischen und gesellschaftlichen, sondern auch des medialen Umgangs mit rechtsextremer Gewalt.“

Der zweite Preisträger wurde von Klaus Rost (Märkische Allgemeine) gewürdigt: „Jens Weinreich hat nie davor zurückgeschreckt, sich mit den Mächtigen des Sportgeschäfts anzulegen. Dass sie ihn in all den Jahren mit all ihrem juristischen Arsenal nicht zum Schweigen bringen konnten, spricht für die Qualität seiner Arbeit.“

Zur dritten Preisträgerin, Susanne Opalka, sagte Laudator Ronald Warin (n 24): „Mit ihrer dauerhaften Berichterstattung über die deutschen Rüstungsexporte leistet unsere Preisträgerin einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Diskussion über eine Branche, die lieber im Verborgenen arbeitet und bei der die Moral manchmal auf der Strecke bleibt.“ 

Der lange Atem 2011: Nadja Klinger, Yassin Musharbash und Ulrich Wangemann

Preisträger: Ulrich Wangemann (3. Preis), Nadja Klinger (1.Preis) und Yassin Musharbash (2. Preis), Foto: Sabine Gudath

Nadja Klinger ist für ihre Berichterstattung über Armut in Deutschland mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ 2011 ausgezeichnet worden. Für ihre ergreifenden Reportagen, die sie als freie Mitarbeiterin vor allem des „Tagesspiegel“ schrieb, erhielt Klinger den ersten Preis.

 


Der Journalistenpreis „Der Lange Atem“ wurde bereits zum fünften Mal vergeben. Die Preise sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Rund 300 Gäste aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur waren am 3. November ins Berliner Radialsystem V gekommen, um der Auszeichnung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg beizuwohnen. Als Ehrengast begrüßte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, die Nominierten und Gäste.

 

In seiner Laudatio dankte Christoph Singelnstein, Chefredakteur des rbb, Nadja Klinger für ihre Beharrlichkeit, mit der sie über Armut in Deutschland berichtet: „Armut ist ein Thema, um das wir uns als Gesellschaft gerne herumdrücken. Vor allem, wenn sie uns nahe kommt. Nadja Klinger schafft es, dass wir Armut an uns herankommen lassen können, die Menschen in dieser Situation erleben, Zwischentöne registrieren, ohne im verschämten Blick des Starken auf den Schwachen zu verharren.“



 

Der zweite Preis ging an Yassin Musharbash (SPIEGEL Online) für seine Berichte über dschihadistischen Terrorismus und zur Islamdebatte. „Er weiß um die demokratische Notwendigkeit der Medien - die genau sind, die zweifeln, selbst wenn alle anderen sicher zu sein glauben. Weil er eine besonnene, vernünftige Stimme im Wahn gegen Islamophobie und Terrorangst ist“, sagte Laudatorin Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, über Yassin Musharbash.

 



Mit dem dritten Preis wurde Ulrich Wangemann (Märkische Allgemeine) ausgezeichnet, der zum Fördermittelbetrug beim Resort Schwielowsee in der Nähe von Potsdam hartnäckig recherchiert und berichtet hat. Laudator Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur des Tagesspiegels, sagte über Wangemann: „Das ist Medienethik: Informieren, bewusst machen, betroffen machen. Ulrich Wangemann hat sich reingewühlt, und zwar über Jahre, in das Thema Schwielowsee, und hat dabei nichts ausgelassen.“ 

Der lange Atem 2010: Harald Schumann, Dorothea Jung und lngo Bach

(v.l.n.r.) Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberg und die Preisträger des "langen Atems" 2010: Harald Schumann, Dorothea Jung, Ingo Bach sowie der JVBB-Vorsitzende Gerhard Kothy, Foto: Sabine Gudath

Berliner Journalisten-Preis „Der lange Atem“ 2010 geht an Harald Schumann, Dorothea Jung und lngo Bach


Journalisten von Tagesspiegel und Deutschlandradio für beharrliche Recherche ausgezeichnet

 

Der Journalist Harald Schumann ist für seine Berichterstattung über die Risiken von unkontrollierten Finanzmärkten mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ 2010 ausgezeichnet worden. Für seine langjährigen Recherchen erhielt der Redakteur des Tagesspiegel am heutigen Abend den ersten Preis. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg fand vor 300 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur im Berliner Radialsystem V statt.

 

Der zweite Preis ging an Dorothea Jung (Deutschlandradio) für ihre zahlreichen Berichte über das Themenfeld Muslime und Islamisten. Mit dem dritten Preis wurde ein weiterer Tagesspiegel-Redakteur ausgezeichnet. Ingo Bach erhielt die Auszeichnung für die von ihm konzipierte Serie von Wegweisern durch die Medizinlandschaft Berlins (Klinik-, Pflegeheim- und Praxenführer).

 

Die Preise in Form künstlerisch gestalteter Statuetten wurden vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg zum vierten Mal vergeben. Sie sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Hans-Ulrich Jörges (Chefredaktion „stern“) gehören neun prominente Journalistinnen und Journalisten an. An der Verleihung nahm als Ehrengast die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit einem Grußwort teil.

 

In der Laudatio von Dr. Uwe Vorkötter (Chefredakteur Berliner Zeitung) heißt es über den Träger des ersten Preises: „Harald Schumann hat geradezu beispielhaft mit langem Atem die Fehlentwicklungen des Weltfinanzsystems analysiert, beschrieben – und die Krise prophezeit. Mit seinem aufklärenden und aufklärerischen Journalismus hat er einen Beitrag zur Ehrenrettung des deutschen Wirtschaftsjournalismus geleistet.“

 

Die Gewinnerin des zweiten Preises, Dorothea Jung, wurde von Dr. Torsten Rossmann (Geschäftsführer N24) gewürdigt: „’Der Islam’, so hat es der Bundespräsident vor wenigen Wochen in einer nicht unumstrittenen Rede gesagt, ‚gehört inzwischen auch zu Deutschland.’ Dorothea Jungs Reportagen füllen diese Worte mit Leben.“

 

Die Laudatio für den dritten Preisträger hielt Hans-Ulrich Jörges: “Ingo Bach hat mit seinen Klinik-, Ärzte- und Pflegeheimführern ein beispielgebendes, oftmals existenziell entscheidendes Orientierungssystem geschaffen. Präzise, hartnäckig und mit langem Atem hat er sich im besten Sinne für seine Leser engagiert. Ein Werk dieser Art sucht in Deutschland seinesgleichen.”

 

In den vier Jahren seit Stiftung des „Langen Atems“ haben Journalisten des rbb insgesamt drei Preise erhalten. Jeweils zwei gingen an Redakteure von Tagesspiegel und Berliner Zeitung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stern, taz und Deutschlandradio erhielten jeweils einen Preis, ein weiterer ging an einen freien Zeitungsjournalisten. 

Der lange Atem 2009: Andreas Förster, Heide Oestreich und Jo Goll

Der Berliner Journalisten-Preis „Der lange Atem“ ging am 21. Oktober 2009 an Andreas Förster von der Berliner Zeitung, Heide Oestreich von der tageszeitung und Jo Goll vom rbb.



Andreas Förster erhielt für seine langjährigen Recherchen über die Stasi den 1. Preis. Der 2. Preis ging an die taz-Redakteurin Heide Oestreich für ihre beharrliche Berichterstattung über Geschlechterstereotype. Den dritten Preis konnte der rbb-Journalist Jo Goll für seine zahlreichen Fernsehbeiträge zu Migration und Integration unter der Überschrift „Wege aus der Parallelgesellschaft“ entgegennehmen.



An der Verleihung im Radialsystem V an der Spree nahm als Ehrengast der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck mit einem Grußwort teil.



Die ehemalige Chefredakteurin der taz Bascha Mika strich in ihrer Laudatio zu Andreas Försters seine Beharrlichkeit heraus: "Geheimdienstleute und Spione reden nicht über das, was sie tun. Wer es wissen will, wer über ihre Machenschaften aufklären will, muss zäh, hartnäckig und mutig sein."



 Die Trägerin des zweiten Preises, Heide Oestreich, wurde von Hans-Ulrich Jörges gewürdigt: “Seit zehn Jahren entdeckt, analysiert und markiert sie Geschlechterstereotype in Gesellschaft und Politik – immer klug, immer engagiert und immer wieder überraschend durch eine neue, eine ungewohnte Perspektive.”

 


Die Laudatio für Jo Goll hielt Torsten Rossmann, Geschäftsführer von N 24. Über die Fernsehbeiträge des dritten Preisträgers sagte er: "Die Arbeit von Jo Goll ist das genaue Gegenstück zu Sarrazin. Er blickt in die Tiefe, wo Sarrazin zuspitzt. Sein Ton bleibt sachlich, wo Sarrazin polemisch wird."



Die Preise in Form künstlerisch gestalteter Statuetten wurden vom Journalistenverband Berlin-Brandenburg im Deutschen Journalisten-Verband zum dritten Mal vergeben. Sie sind mit 3.000, 2.000 und 1.000 Euro dotiert.


 
Der unabhängigen Jury gehören u. a. sechs Berliner und Brandenburger Chefredakteure an. Vorsitzender ist Hans-Ulrich Jörges (Chefredaktion „Stern“). 

Der lange Atem 2008: Gabi Probst und Frauke Hunfeld

Preisträgerinnen von rbb und STERN 

 

Die rbb-Reporterin Gabi Probst ist für ihre Berichterstattung über Missstände in Gefängnissen mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet worden. Für ihre langjährigen Recherchen erhielt die Fernsehjournalistin gestern Abend den Hauptpreis des Vereins Berliner Journalisten in der Kategorie „regionales Thema“.



Der Sonderpreis für beharrliche Berichterstattung aus Berlin zu einem überregionalen Thema geht an die „Stern“-Journalistin Frauke Hunfeld für ihre Reportagen über „Kindesmisshandlung und Armut“.



Der Preis wird vom Verein Berliner Journalisten im Deutschen Journalistenverband zum zweiten Mal vergeben und ist mit 5.000 und 3.000 Euro dotiert. Der unabhängigen Jury gehören u.a sechs Berliner Chefredakteurinnen und Chefredakteure an. Vorsitzender ist der ehemalige ORB-Intendant Dr. Hansjürgen Rosenbauer. An der Verleihung im Radialsystem V an der Spree nahm auch Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), teil.



In der Laudatio von Dr. Torsten Rossmann, Geschäftsführer Sat.1 und n24, heißt es über Gabi Probst: „Journalisten wie sie sind der Albtraum eines jeden Politikers. Probst gehört zu denen, die sich nicht abschütteln lassen, sondern hartnäckig weiter recherchieren, bis sie die Versäumnisse der Behörden belegen können.“



Die Preisträgerin Frauke Hunfeld wurde von Dagmar Engel, Chefredakteurin von Deutsche Welle TV, gewürdigt: "Frauke Hunfeld zwingt uns mit ihren Texten, Menschen und Nöte wahrzunehmen, an denen wir lieber vorbeisehen würden. Das ist ausgesprochen unangenehm und störend - und es ist brillanter Journalismus."



Hunfeld ist ebenfalls als Drehbuchautorin bekannt, u.a. für den ARD-„Tatort“. Mit dem Drehbuch des Films „Ein riskantes Spiel“, der am 20. Oktober von der ARD gezeigt wurde, erhielt sie eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis 2008.  

Der lange Atem 2007: Frank Nordhausen, Boris Hermel und Heike Hartung sowie Ronny Blaschke

v.l.n.r.: Gerhard Kothy (Vorsitzender VBJ), Frank Nordhausen (1. Preis), Boris Hermel & Heike Hartung (2. Preis), Ronny Blaschke (Sonderpreis), Dr. Hansjürgen Rosenbauer (Juryvorsitzender), Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister), Dr. Michael Rediske (Geschäftsführer VBJ), Foto: Thielker

Die undotierten Preise für beharrliche Berichterstattung wurden am 30. Oktober 2007 in der Kleinen Arena des Tempodrom verliehen:

Die Preisträgerinnen und Preisträger

1. Preis: Frank Nordhausen | Berliner Zeitung

Thema: "Sekten und Psycho-Kulte"

 

2. Preis: Boris Hermel und Heike Hartung | rbb

Thema: "Langzeitbegleitung des Neonazi-Opfers Noel Martin"

 

Sonderpreis: Ronny Blaschke | freier Journalist

Thema: "Gewalt in Fußballstadien"