2. Mentoringprogramm

Abschlussveranstaltung des 2. JVBB-Mentoringprogramms im "stern" Büro Berlin

Peter Hill (Mentor), Karsten Wiedemann (Mentee), Till Schwarze (Mentee)
Hermann-Josef Tenhagen (Mentor), hinten: Reinhard Heitzmann (JVBB)
Till Schwarze (Mentee), Michaela Maria Müller (Mentee), Martin Steinmetz (Mentee)
Gesine Dornblüth (JVBB), Stefanie Awater (Mentee), Thomas Franke (Mentor)
Harald Schumann (Tagesspiegel), Stefan Boltz (JVBB), Miriam Janke (Mentee), Hans-Ulrich Jörges (stern)
Hans Ulrich Jörges (stern), Annette Rogalla (Moderatorin), Harald Schumann (Tagesspiegel)
Fotos: Karsten Thielker
 

Wie kann ich heute ein guter Journalist sein, und wie bleibe ich es? Diese einfache Frage stand im Mittelpunkt der Abschlussdiskussion zum zweiten Mentoringprogramm. Im Berliner Büro des stern diskutierten Mentees und Mentoren mit Hans Ulrich Jörges vom stern und Harald Schumann vom Tagesspiegel. „Gute Journalisten haben einen ähnlichen Charakter.“ sagte Jörges. Mut zur Kritik zeichne dieses Persönlichkeitsprofil aus, eine innere Distanz und vor allem: der eigene Standpunkt.

Wie wichtig die innere Unabhängigkeit für das professionelle Selbstverständnis ist, zeichnete Harald Schumann anhand seiner legendären Spiegel-Kündigung nach. Sein damaliger Chefredakteur hatte Texte nicht gedruckt, in denen Schumann die ökologischen Vorteile der Windkraft beschrieben hatte.

Allerdings: Wer die Redaktion des Spiegel verlässt, verabschiedet sich mit einem finanziellen Polster aus dem Olymp des Journalismus. Heutzutage zahlen Onlineredaktionen Dumpinghonorare. Tagessätze von 80 Euro für eine Schicht in der „Holzklasse des Journalismus“ (Jörges) sind nicht selten. „Welche journalistische Qualität erwarten Sie für diesen Preis?“, fragte Moderatorin Annette Rogalla. Recherche, Faktencheck, Ausdauer und Beharrlichkeit – für die Cracks sind das die Basics, in jeder finanziellen Lebenslage. Und wenn der Chefredakteur einen trietzt und der Rücken droht, dabei krumm zu werden? Harald Schumann empfiehlt, den aufrechten Gang notfalls in einer Nische zu trainieren: „Nehmt euch ein Thema, recherchiert es nach allen Regeln der Kunst und drückt es ins Blatt.“   

Startschuss zum 2. JVBB-Mentoringprogramm

Der Journalistenverband Berlin-Brandenburg startet sein zweites Mentoringprogramm. Zehn Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten haben erneut die Chance, sich ein Jahr lang mit einem Mentor/einer Mentorin über ihre persönliche und berufliche Entwicklung auszutauschen. Nach den durchweg positiven Erfahrungen des ersten Durchlaufs freut sich der JVBB, weiterhin zusammen mit renommierten Mentorinnen und Mentoren die Ausbildung von jungen Journalistinnen und Journalisten unterstützen zu können. 10 Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Print, Rundfunk und PR werden auch im zweiten Durchgang als Mentoren den wichtigsten Beitrag für das Berliner Programm leisten:

 

Tissy Bruns | Tagesspiegel

Brigitte Fehrle | Berliner Zeitung

Thomas Franke | Freier Hörfunk, TV

Britta Geithe | JVBB

Peter Hill | ZDF  

Annette Rogalla | IGES Institut

Hermann-Josef Tenhagen | Finanztest

Johannes Unger | rbb-Fernsehen

Dieter Zurstraßen | DZ! Kommunikation