Fachforum Rundfunk

Hörfunk, Fernsehen und immer mehr Online?

Die Rundfunklandschaft verändert sich immer schneller, die Glaubwürdigkeit von Journalisten wird immer häufiger in Frage gestellt und dann geht es für uns natürlich um Honorare und Gehälter, die Arbeitsbelastung usw...
Das sind Themen, mit denen sich das Fachforum Rundfunk u.a. beschäftigt.

Berichte aus dem Fachforum

(26.02.2018) "Auslandseinsatz in Krisengebieten" mit Dokumentarfilmer Matthias Zuber

Matthias Zuber dreht Beiträge und Dokumentarfilme, unter anderem für verschiedene ARD-Sender, und hat durch seinen mehrmaligen Einsatz in Ländern wie der Ukraine oder Afghanistan wertvolle Erfahrungen, die er mit uns beim Stammtisch teilte.

    

In entspannter Atmosphäre erklärte uns Zuber wie er seine Auslandseinsätze vorbereitet und kalkuliert. Er findet Fixer oder Übersetzer im "Venture Club", einer geschlossenen Facebook-Gruppe, in der sich freie Journalisten vernetzen können. Wir sprachen auch über Sicherheitsvorkehrungen, die vor einem Einsatz im Krisengebiet getroffen werden müssen - so berichtete Zuber uns von seinen Erfahrungen mit zusätzlichen Kranken- und Lebensversicherungen und empfiehlt jedem Journalisten im Ausland seine Blutgruppe zu kennen und medizinische Grundlagenkurse zu besuchen, zum Beispiel bei RISC Training. Nicht zu erlernen seien allerdings Umgangsformen oder Benimmregeln für brenzlige Situationen mit z.B. Soldaten, dafür braucht man einen Instinkt.

Außerdem erzählt er uns von dem Rückversicherungsprinzip mit dem Auswärtigen Amt: Wenn er nicht alle zwei Stunden seine Redaktion benachrichtigt wird automatisch die zuständige Person beim Auswärtigen Amt informiert. Dies hat auch schon oft als Druckmittel vor Ort geholfen, als Zuber von Soldaten festgehalten und befragt wurde.

Text: Laura Bienert

Fotos: Johannes Klemt

(25.09.17) Stammtisch mit den Multimedia-Journalisten Fritz Schumann und Hannah Kappes

Mit Pageflow produzierte Multimedia-Features, in denen Text, Video und Audio zusammenfließen, haben bei den Rundfunkanstalten Konjunktur. Insgesamt scheint die Zahl der innovativen Stories jedoch rückläufig zu sein. Die Webseite Onlinefeature.de verzeichnet für die Jahre 2017 und 2016 nur wenige neue Projekte. Ist der Trend des Multimedia-Features vorbei? Oder wo geht die Reise hin? Das wollte das Fachforum Rundfunk von den Multimedia-Journalisten Hannah Kappes, Gebrüder Beetz Filmproduktion, und Fritz Schumann, Agentur 2470 Media, wissen.

 

Zehn Mitglieder kamen zum Stammtisch am Montagabend im Restaurant Aufsturz in Berlin-Mitte. Sie erfuhren von den Gästen, wie eine crossmediale Recherche aussieht und welche Themen und Techniken sich besonders für eine multimediale Umsetzung eignen. Kappes berichtete von ihren Erfahrungen mit #uploading_holocaust, einem auf YouTube-Material basierenden Webprojekt, das herausfinden will, wie Jugendliche heute mit der Erinnerung an den Holocaust umgehen. Web-Dokus werden kaum geklickt und leiden zudem unter hohen Abbruchquoten. Durch spielerische Elemente in der Web-Erzählung konnte Kappes die Nutzer dazu animieren, länger dabei zu bleiben. So mussten sie an Schlüsselszenen Fragen beantworten, um weiterscrollen zu können.

Schumann hat die Erfahrung gemacht, dass es wie in klassischen Genres auch im Multimedia-Feature eine starke Geschichte braucht. Techniken seien zweitrangig. Prinzipien des Storytellings, die er aus der Entwicklung von Computerspielen kenne, seien auch auf den Journalismus anwendbar, erklärte Schumann. „Die Geschichte muss einen persönlich berühren, dann wird sie gelesen, gesehen und gehört.“ Einig waren sich Kappes und Schumann, dass sich das Video als stärkstes multimediales Format durchsetzen wird. Videos hätten die größte Reichweite in sozialen Netzwerken.

Text und Fotos: Philipp Eins

(28.04.17) Stammtisch mit dem Doping-Enthüller Hajo Seppelt

Am Mittwochabend hatte das JVBB-Fachforum Rundfunk den Doping-Enthüller Hajo Seppelt eingeladen.

Es war ein intimes, intensives Gespräch mit dem Investigativreporter. Fast drei Stunden sprach und diskutierte unser Mitglied beim JVBB-Stammtisch Rundfunk über die Probleme, das Thema überhaupt in der ARD zu etablieren.

Seppelt berichtete über Erfahrungen mit russischen Gesprächspartnern und Pseudojournalisten, über das Arbeiten mit versteckter Kamera und geänderter Identität sowie über kommende Enthüllungen. Und machte Lust, selbst ein Thema mit langem Atem anzugehen, auch gegen alle Widrigkeiten. Das oft überstrapazierte Wort "spannend" - hier war es am Platz. 

Text: Philipp Eins/Christian Walther (JVBB) Foto: Christian Walther

(16.02.17) Stammtisch mit dem Radiofeature-Autor Michael Lissek

Verändert der Podcast die Ästhetik des Radios? Das ist eine Frage, die den Radiofeature-Autor Michael Lissek umtreibt. 23 Kolleginnen und Kollegen diskutierten mit ihm und untereinander die Zukunft des Radiofeatures. Lissek wechselt demnächst zum SWR und wird dort das Funkessay redaktionell betreuen.

In einem waren sich viele an dem Abend einig: Das Radio wird dem Podcast lange überlegen bleiben, weil es zwei Vertriebswege hat, das lineare Programm und das Internet. Zudem ist bei Podcasts die Finanzierung eines der großen Probleme. "Der Podcast ist bislang mehr ein Hobby", erläuterte einer der Teilnehmer, der mit ein paar Freunden zusammen seine eigene Sendung im Netz macht. Ob private Finanzierungsmodelle wie in den USA auch in Deutschland Erfolg haben, wird die Zukunft von Podcastlabels wie Viertausendhertz in Berlin zeigen. Aber auch Audiodistributoren wie Spotify und Audible dürften einen Einfluss auf die Entwicklung haben.

Thomas Franke

(05.12.2016) Neuwahlen im Fachforum Rundfunk

Am Montagabend hat sich das Fachforum Rundfunk zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Zum Vorsitzenden wurde Thomas Franke gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Philipp Eins

Der stellvertretende Vorsitzende Philipp Eins (links) und der Vorsitzende Thomas Franke, (Foto: Daniel Falk/JVBB)

Vorsitzender

Thomas Franke

Stv. Vorsitzender

Philipp Eins