Mitgliederversammlung 2014

Der JVBB-Vorsitzende Alexander Fritsch
Philipp Schwörbel, Geschäftsführer "Krautreporter", Fotos: Frank M. Wagner

Die Fusion und andere wichtige Themen

Die Mitgliederversammlung des JVBB hat am vergangenen Samstag noch einmal den Willen des Verbandes zur Fusion mit dem DJV Berlin bekräftigt. Ohne Gegenstimmen wurde ein Entschließungsantrag verabschiedet, der den Nachbarverband zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über die wenigen noch strittigen Punkte auffordert. Weiterhin verabschiedete die Versammlung zwei medienpolitische Resolutionen. Die Deutsche Welle wird aufgefordert, das Programmangebot nicht weiter einzuschränken. An alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Region geht die Aufforderung, ihre Redaktionsetats entsprechend den tariflichen Honorarerhöhungen anzuheben. Derzeit wird vielfach das Auftragsvolumen für Freie verringert, sodass deren Einkommen stagniert oder sogar sinkt.

Die Mitgliederversammlung, die diesmal im Intercity Hotel am Hauptbahnhof stattfand, begann mit einem Vortrag des Geschäftsführers des „Krautreporter“-Projektes Philipp Schörbel, der anschließend mit den JVBB-Mitgliedern über Praxis und Zukunft des Projektes diskutierte. In einer zweiten Präsentation stellte Online-Redakteur Frank M. Wagner den kurz vor Abschluss stehenden Relaunch der JVBB-Homepage vor, die in enger Zusammenarbeit mit dem DJV-Bundesverband und auf Basis von dessen Modulen gestaltet wurde.

JVBB-Vorsitzender Alexander Fritsch stellte in den Mittelpunkt seines Rechenschafts-berichtes die zunehmenden Aufgaben, die auf den DJV und seine Landesverbände zukommen: Nur mit großer Mühe sei es in diesem Jahr gelungen, wieder einen Flächentarifvertrag für die Tageszeitungsredakteure abzuschließen, einige Verlage verabschiedeten sich gleichzeitig aus der Tarifbindung. Die Zahl der freien Journalisten nehme zu, vor allem in Randbereichen des Journalismus – allerdings nicht unbedingt die Zahl derer, die auch allein vom Journalismus leben können. Jüngstes Anzeichen der Krise sei die bei der Deutschen Welle angekündigte Reduzierung der Beschäftigung von Freien, die 200 bis 300 Journalisten treffen werde.  

Eine starke Bedrohung für den DJV nannte Fritsch auch das von der Bundesregierung angestrebte Gesetz zur sog. „Tarifeinheit“. Denn verdi sei, da die große Dienstleistungsgewerkschaft auch Techniker, Drucker und Verwaltungsangestellte vertritt, in den meisten Medienbetrieben die größere Gewerkschaft. Sollte sie künftig auch ohne die bisher praktizierte Tarifgemeinschaft mit dem DJV Tarifverträge abschließen können, sei dies „das Ende des DJV als Gewerkschaft“. 

Schatzmeister Klaus Enderle ergänzte seinen den Mitgliedern vorab zugesandten Finanzbericht mit dem Hinweis, dass nach dem im Jahr 2013 erwirtschafteten Überschuss von 67.624 Euro ein fast ebenso hoher für das laufende Jahr erwartet werde. Der Vorstand habe daraufhin in Abstimmung mit den DJV-Landesverbänden, die in den Jahren 2004/2005 Aufbauhilfe in Form von nicht verzinslichen Darlehen – abgesichert durch Rangrücktritte – geleistet hatten, beschlossen, zunächst 50.000 Euro an diese zurückzuzahlen, proportional zu deren damaligen Zahlungen. Für die beiden Kassenprüfer, deren Bericht ebenfalls vorab versandt worden war, bestätigte Martin Gosen, dass an Finanzführung und Buchhaltung nichts zu beanstanden sei. Vorstand und Schatzmeister wurden auf Antrag der Kassenprüfer entlastet.

Die weitere Debatte konzentrierte sich auf die geplante, aber in diesem Jahr nicht zustande gekommene Fusion mit dem DJV Berlin. Anschließend wurde einstimmig bei drei Enthaltungen ein Antrag aus der Mitte der Versammlung verabschiedet, mit der der DJV Berlin zur „Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Fusion“ aufgefordert wird. Ein weiterer Antrag, hierfür eine neue Verhandlungskommission zu bilden, in der der JVBB-Vorstand nur minderheitlich vertreten ist, fand nur zwei befürwortende Stimmen.